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Perspektivenwechsel am Stadtspital Triemli

Gesundheitschecks, Vorträge, Erlebnispfade und mehr als 10.000 Besucher:
Das Stadtspital Triemli in Zürich hat sein neues Bettenhaus eröffnet und damit Maßstäbe gesetzt!

Ein Fest zur Eröffnung mit neuen Perspektiven

Am 12. März 2016 war es soweit und das modernste Bettenhaus der Schweiz wurde am Stadtspital Triemli in Zürich mit einem Festprogramm eröffnet. Dabei erwartete die Besucher weit mehr als ein imposantes Gebäude – über verschiedene Erlebnispfade konnte man sich beispielsweise der eigenen Gesundheit mit Gesundheitschecks widmen, die technischen Abläufe eines Krankenhausbetriebes kennenlernen oder die nachhaltig angelegte Architektur bewundern; für die kleinen Gäste gab es extra einen Kinderpfad mit spielerischer Annäherung an medizinische Themen. Und wer schon immer einmal wissen bzw. erleben wollte, wie sich der Alltag mit starkem Übergewicht (Adipositas) oder in höherem Lebensalter anfühlt, der wurde bei den Stationen Perspektivenwechsel Alter bzw. Perspektivenwechsel Adipositas fündig.

Perspektivenwechsel Adipositas

Adipositas ist kein Zuckerschlecken

An der Station Perspektivenwechsel Adipositas sorgten unsere Adipositasanzüge für neue Sicht- und Erlebnisweisen der Besucher. Nach dem Anlegen von Gewichten und Fatsuit wurde schon das erste Problem offenbar: das Anziehen der (Ober)Bekleidung mit starkem Übergewicht ist schweisstreibend und herausfordernd. Insbesondere das Schließen der Hose wird zur Geduldsprobe, wenn man die Hosenknöpfe nur noch ertasten, aber aufgrund der ungewohnten Bauchdimension nicht mehr sehen kann. Nach dem mühsamen Ankleiden durften sich die Besucher in Rückenlage begegeben, um sich anschließend aus der Bodenlage aufzurichten. Nur mit viel Mühe und jeder Menge Kraft schafften es die Besucher wieder auf die Beine, spätestens da war klar, dass ein Alltag mit starkem Übergewicht bzw. Adipositas kein Zuckerschlecken ist.

Nun stand noch der Kontakt mit der Außenwelt sowie ein Stockwerk Treppensteigen an; obwohl es ja nur eine „Verkleidung“ war, fiel es vielen simuliert adipösen Besuchern schwer, sich den Blicken auf den Gängen auszusetzen. Das Treppensteigen forderte noch einmal die Mobilisation von Kraftreserven und verdeutlichte eindrücklich, wie leicht man sich mit solch‘ einer Körperlast von Aufzügen locken lässt und eben doch nicht die häufig empfohlene Treppen nimmt.

Adipositasanzug Rückenansicht

Den Unterschied erleben und nutzen

Beim Ablegen der Simulationsmaterialien spürten die Besucher durchweg eine große Erleichterung – das gefühlte Körpergewicht wurde quasi geringer erlebt als vor der Adipositassimulation. Dadurch wurde deutlich, wie wichtig es auch bei einem Abnehm-Projekt sein kann, nicht nur einen Wert oder eine Zahl im Kopf zu haben, sondern am besten auch zu spüren, wie sich der Alltag mit einigen Pfunden weniger anfühlt. Ganz einfach, um den Effekt eines Gewichtsunterschiedes (oder erster Erfolge) direkt zu spüren und nicht nur zu wissen, dass man weniger wiegen oder weiter abnehmen sollte.

Alltägliche Herausforderungen im Alter

Beim Perspektivenwechsel Alter mit unseren Alterssimulationsanzügen standen die häufigsten bzw. typischen Veränderungen des höheren Lebensalters im Mittelpunkt. Die Beweglichkeit nimmt ab, das Gefühl von Schwere nimmt zu, Sinnesreize (Hören, Sehen) werden undeutlicher und erfordern mehr Aufmerksamkeit. Die Beleuchtung im Raum scheint auf einmal zu dunkel, der Gegenüber scheint leiser zu sprechen, einfache Handgriffe erfordern mehr Kraft und Konzentration.

Mit dieser Perspektive versuchten sich die Besucher an einem Parcours, welcher ebenso alltägliche Fingerfertigkeiten abverlangte wie eine Herausforderung an Koordination, Beweglichkeit und Kraft darstellte. Auf einmal wurde erkenntlich, wie groß vermeintlich kleine Dinge werden können, sei es ein Kreuzworträtsel lösen, einen Wecker stellen, auf dem Flur umherzugehen ohne jemanden anzurempeln oder sich eine Begleitung aufgrund möglicher Stolperfallen zu wünschen. Dabei konnten die Besucher in wenigen Sekunden unterschiedliche Sicht-/Sehveränderungen ausprobieren, die in höherem Lebensalter häufig vorkommen (Katarakt, Glaukom, AMD).

Altersanzug im Einsatz

Brötchen zubereiten mit Handicap

Als Erweiterung der Alterssimulation hatten wir noch die Simulation einer halbseitigen Lähmung im Gepäck, z.B. als Folge eines Schlaganfalls. Das Aufschneiden und Bestreichen eines Brötchens war hier die Aufgabe, die zum einen sehr viel Geduld wie Geschick von den teilnehmenden Besuchern erforderte und ohne spezifische Hilfsmittel (Einhandbrett) gar nicht zu bewältigen gewesen wäre.

Gratulation und Chapeau!

Aus Sicht der PerspektivenPioniere hat das Stadtspital Triemli in Zürich nicht nur das modernste Bettenhaus der Schweiz, sondern auch bei der Eröffnungsveranstaltung ganze Arbeit geleistet. Mit einem besonderen Konzept der Erlebnispfade, einer tollen Organisation, großer Vielfalt und wahnsinnig engagierten Helferinnen und Helfern. Hut ab und viel Erfolg im neuen Bettenhaus!

Falls auch Sie an unseren Simulationen mit Perspektivenwechsel interessiert sind, dann nehmen Sie direkt Kontakt zu uns auf, wir freuen uns darauf!

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Mrz