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Selbsterfahrung: Adipositas für einen Tag

„Am Anfang hielt ich die ganze Aktion für einen Spaß, was kann mich denn schon großartig überraschen“. So beginnt der aufschlussreiche Bericht eines Adipositas-Experimentes.

Eine überaus engagierte Gruppe von Schülerinnen des Beruflichen Gymnasiums Ökotropholgie (BGÖko) in Cuxhaven wollte im Rahmen eines Schulprojektes am eigenen Leib erfahren, wie sich der Alltag mit Adipositas anfühlt. Daher machte sich einer unserer Adipositasanzüge auf den Weg in den hohen Norden, um den Schülerinnen diese Selbsterfahrung zu ermöglichen. Das Resultat dieser Selbsterfahrung von Adipositas hat eine Schülerin, die ohne Simulation normalgewichtig ist, im folgenden Bericht zusammengefasst. An dieser Stelle herzlichen Dank an die gesamte Projektgruppe des „BGÖko“ für das Bereitstellen der Bilder samt Bericht.

Der ungekürzte Bericht einer Schülerin, die ihren Alltag ansonsten normalgewichtig erlebt:

,,Am Anfang hielt ich die ganze Aktion für einen Spaß, was kann mich denn schon großartig überraschen? Die Behauptung löste sich jedoch in Luft auf, schnell bemerkte ich, wie ganz einfache Alttagssituationen (Auto fahren, Fahrrad fahren, spazieren gehen, Schuhe binden, Treppen laufen usw.) eine große Herausforderung für mich wurden.

Es gab viele Schaulustige, aber in der Schule wird man schon gar nicht mehr beachtet. Ich denke, dass sich dieses „Bild“ schon so im Alltag der Jugendlichen integriert hat, dass ich kaum wahr genommen wurde. Im Gegensatz zu den Altersgruppen 30 Jahre aufwärts. Hier zog ich viele verstörende und schockierte Blicke auf mich. Eine Kassiererin sah mich angewidert an und wollte mich nicht zu ihrer freien Kasse herüberrufen. Die andere Bedienung wusste nicht genau mit mir umzugehen und hatte ein wirklich sehr unsicherers Auftreten. All meinen Freunden wünschte sie eine guten Appetit, mir nicht.

Außerdem waren wir am Deich spazieren und baten eine Frau darum, ein Foto von uns vieren zu schießen. Sie war sehr freundlich und es war kein Problem für sie. Als wir die Situation auflösten, dass meine Figur nur Schein ist, reagierte sie sehr geschockt. Auf sie wirkte meine Figur so real. Sie erzählte uns, ihr erster Eindruck sei, wie traurig und erschreckend es ist, wie übergewichtig ein so junger Mensch schon sein kann.

Nach nur zwei Stunden war ich so genervt von den Blicken Anderer, dass ich meinen Anzug ablegte. Ein Glück war das so leicht für mich. Durch diesen Tag bin ich eine Erfahrung reicher im Leben und weiß auch nun, wie schwer das Leben für ein Adipösen Menschen sein kann.

Sie haben Interesse an einem Perspektivenwechsel mit solch‘ einem Adipositasanzug? Dann nehmen Sie Kontakt zu uns auf, wir freuen uns darauf!

18
Mai